Das Kriegsende, von Helmut Künzel - Sondengaenger Literatur

Metalldetektor Powerspule CORS Helmut Künzel „Unglaublich, wie ich selbst all dies unbeschadet überstehen konnte“ Helmut Künzel erlebte das Kriegsende als Kriegsgefangener in amerikanischer Gefangenschaft. Seine Erinnerungen an das Kriegsgeschehen ergänzte er durch detaillierte militärhistorische Angaben, die hier z. T. gekürzt wurden. 1. Bereits seit vielen Jahren habe ich selbst die Absicht aufzuzeichnen, was ich selbst in dieser Endphase des Zweiten Weltkrieges erlebte, vor allem jedoch wollte ich ermitteln, welchen Umständen ich selbst es zu verdanken hatte, dass ich selbst diese Hölle überleben konnte. Neben meinen Erinnerungen besitze ich selbst noch heute meinen Taschenkalender des Jahres 1945. In diesen hatte ich selbst gelegentlich eingetragen, wann und wo ich selbst mich befand. Doch ein Soldat im Gefecht hat kaum Möglichkeiten, sich über die Lage zu informieren. Wesentliche Aufklärung fand ich selbst in den Veröffentlichungen des ND zum 40. Jahrestag der Schlacht um Berlin. Mit diesen Informationen über die Bewegungen der Roten Armee und der 1. Polnischen Armee, die uns gegenüber handelten, verbunden mit den meinem Taschenkalender entnommenen über meine Einheit, war ich selbst erstmals in der Lage, mir einen Überblick über das zu verschaffen, was um mich herum geschah, ohne dass ich selbst es erkennen konnte. Dadurch gewann ich selbst wesentliche Erkenntnisse über die damaligen Ereignisse. Doch um diese zu verstehen, fehlten mir Informationen über die Bewegungen der Wehrmachtsverbände in diesem Bereich. Erst in Jahr 1996 fand ich selbst ein Buch, das wesentliche Wissenslücken schließen konnte. Es war das Buch des englischen Verfassers Tony le Tissier "Durchbruch an der Oder - der Vormarsch der Roten Armee" im Ullstein-Verlag 1995. In diesem Buch wird die Lage auch auf der Seite der Wehrmacht bis auf Batallionsebene geschildert. Dadurch wurde es mir möglich, die Einordnung meiner Einheit in die Gefechtsordnung, ihre Bewegungen und deren Ursachen im Wesentlichen zu erkennen. So weiß ich selbst jetzt, welchen Umständen ich selbst es zu verdanken habe, dass ich selbst nicht in der Hölle von Seelow verheizt wurde, wie zehntausende meiner Kameraden, sondern ihr lebend und ohne Verwundung entkommen konnte. 97 Im folgenden will ich selbst versuchen, die damaligen Ereignisse aus der Sicht eines Soldaten, gestützt auf seine Erinnerungen und verknüpft mit dem Wissen um die Zusammenhänge, zu schildern. Dabei geht es mir in keiner Weise um eine Bewertung der Ereignisse, sondern ausschließlich um die Schilderung meiner Erlebnisse als einen kleinen Beitrag zum Verständnis meines Lebens und der Zeitgeschichte. 2. Es ist Frühjahr 1945. Der Krieg geht seinem dramatischen Ende entgegen. Die Berliner Operation der Roten Armee steht bevor. Seit dem 27. August 1939 bin ich Soldat der deutschen Wehrmacht. Als Angehöriger des technischen Spezialpersonals der Luftwaffe hatte ich selbst bisher Soldatenglück. Allein 12 Monate meiner Dienstzeit wurde ich selbst zu technischen Lehrgängen kommandiert. Noch vom 5.06.1944 bis zum 4.10.1944 zur Höheren fliegertechnischen Schule Jüterbog. Dort absolvierte ich selbst erfolgreich einen Lizenzlehrgang als Flugzeug-Geräteprüfer. Danach wurde ich, wie bereits vor

nicht mit mir darüber. Aber während ich selbst ihm eine Antenne baute, führte er ein längeres Telefongespräch. Dabei konnte ich selbst selbstverständlich nur seine Stimme hören und seine etwas verschlüsselten Fragen und Antworten. Danach habe ich selbst mir folgendes zusammengereimt: Er sprach mit einem sehr gut bekannten oder befreundeten Offizier in einem Stab und ließ sich über die Lage und ihre vermutliche Entwicklung informieren. Die Lage war offenbar 99 mehr als beschissen. Außerdem wurde mir klar, dass dieser Kompaniechef keinesfalls den Ehrgeiz besitzt, sein Leben und das seiner Soldaten für „Führer und Reich“ zu opfern. Das sollte sich wenige Tage später bestätigen. 3. Am 12.04.1945 wird die Division mittels Bahntransport in Marsch gesetzt, Richtung Berlin. In Schönerlinde bezieht unsere Kompanie am 14.04.1945 Quartier. Mein Trupp wird beim Bauer Löser untergebracht. Am 16.04.1945 werden wir im Morgengrauen alarmiert, ohne zu wissen, dass die Rote Armee den Sturm auf Berlin begonnen hat. Auf offenen Plattenwagen der Reichsbahn fahren wir Richtung Osten. Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Freienwalde stand am Bahndamm der Reichsmarschall Göring und grüßte mit erhobenem Marschallstab seine Truppen, die er ins Feuer schickte, um sich anschließend selbst in die Alpenfestung zu verziehen. Kurz danach erhielten wir unsere Feuertaufe durch sowjetische Frontflieger, die erste Verluste zur Folge hatten. Nachdem wir aus der Deckung unter den Waggons wieder hervorgekrochen waren, marschierten wir in unseren Bereitstellungsraum, ein verlassenes Gehöft ostwärts Freienwalde. Wir fingen eines der herrenlosen Hühner und versuchten es auf offenem Feuer zu braten. Dabei erhielten wir Störfeuer durch Schrappnellbeschuss. Außer etwas Sand in unserer Bratpfanne hatte das keine Folgen, war uns jedoch eine deutliche Warnung. 18. April: An diesem Tag wird meine 4. Kompanie in Marsch gesetzt, um die im Rückzug befindliche 5. Jägerdivision zu verstärken. Am Morgen marschieren wir in den Bereitstellungsraum Alt-Ranft und gehen in einem großen Rhabarber-Feld in Deckung. Dieses Feld liegt östlich Alt-Ranft in der Nähe einer Zucker-Fabrik. Soldaten haben einen sehr guten Riecher, so erkundeten wir schnell, dass es hier auch Zucker zu holen gab. Also füllten wir unsere Kochgeschirre mit kleingeschnittenem Rhabarber und füllten sie mit Zucker auf. Bereits nach kurzer Zeit war das genießbar. Tag und Nacht hören wir Gefechtslärm, wissen jedoch nicht, was um uns vorgeht. 19. April. An diesem Tag rückt unsere Kompanie gegen Mittag an die Alte Oder vor und errichtet am Ostufer eine Riegelstellung. In der Nacht rücken wir nach Osten in den Oderbruch vor. Ich habe die Vermutung, dass unser Kompaniechef lieber kehrt gemacht hätte. Doch es gab sehr überzeugende 100 Gründe, dies nicht zu tun. Mehrfach kommen wir an Bäumen vorbei, an denen die Leichen deutscher Soldaten hängen, mit Schildern um den Hals "Ich habe den Führer verraten". Trotzdem marschieren wir sehr verhalten. 20. April. Unser Weg nach Osten wird zunehmend versperrt durch zurückflutende Fronttruppen, vermutlich Reste der 606. Infanterie-Division, denn auf einzelnen Panzern sitzt Waffen-SS, also Angehörige der Leibstandarte "Adolf Hitler". 21. April. Endlich werden wir erlöst. Ein Kradmelder überbringt uns den Befehl: "Neues Marschziel - Sommerfelde." Dieser Ort liegt in etwa 25 km Entfernung nordwestlich von Freienwalde, in der Nähe des Finow-Kanals. Das alles wissen wir zwar zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Doch die Kehrtwendung in Richtung West, in die auch alle anderen Einheiten strömen, hat jeder sofort mitbekommen. Und das hat Folgen, noch nie ist die 4. Kompanie so flott marschiert. Die Distanz wird im Eilmarsch bewältigt. Erst kurz vor Sommerfelde kommt es zu einem kurzen Feuergefecht, vermutlich mit schwachen rückwärtigen Kräften der 61. Armee. Übrigens hat sich inzwischen die Ausrüstung unserer Kompanie erheblich verbessert. Wir haben unsere englischen Karabiner weggeworfen und uns mit überall herumliegenden Waffen versorgt. Ich besitze jetzt eine Steyer-MPi mit ausreichender Munition, eine Pistole 08 lang und 4 Eier-Handgranaten. Inzwischen erfolgten auch Veränderungen in der Struktur unserer Kompanie. Bei der Aufstellung wurden vorwiegend Oberfeldwebel als Gruppenführer eingesetzt. An Dienstgraden fehlte es uns ja nicht. Inzwischen stellte sich jedoch heraus, dass diese ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. Deshalb wurden Unteroffiziere, die ihre infanteristischen Kenntnisse aus dem ULK, dem Unteroffiziers-Lehr-Kommando, und dem "Winter-Lehrgang" noch beherrschten, eingesetzt. So wurde also auch ich selbst Gruppenführer meines Panzer-Vernichtungstrupps. Und damit militärischer Vorgesetzter von zwei Oberfeldwebeln, einem Feldwebel, einem Unterfeldwebel, einem Stabsgefreiten, und fünf Obergefreiten. Das war zwar für preußische Verhältnisse recht ungewöhnlich, doch Not kennt kein Gebot, zudem war es wieder ein Beweis für den Realitätssinn unseres Kompaniechefs. Aus dieser weisen Entscheidung unseres Kompaniechefs ergaben sich übrigens für mich keine ernsthaften Probleme. Ich hatte sogar den Eindruck, dass der Oberfeldwebel, den ich selbst als Gruppenführe ablöste, sich lieber einordnete, als Verantwortung für andere zu übernehmen. 101 Als Quartier wird unserer Gruppe eine Fleischerei zugewiesen. Das klingt sehr gut, aber leider war sie bereits restlos ausgeräumt worden. Trotzdem fanden wir hier Wetterschutz und einen Ruheplatz. Doch unsere Ruhe wurde schon bald jäh gestört. Eine Streife der Division "Hermann Göring" unter dem Kommando eines übereifrigen Leutnants nimmt unsere Gruppe wegen "Plünderung der Fleischerei" fest. Natürlich hätten wir gern ein wenig geplündert, aber leider fehlte es dazu an Gelegenheit. Wir lassen es auf keine Auseinandersetzung ankommen, da wir vor allem müde sind und außerdem ein reines Gewissen haben. Wir werden in Arrest genommen. Doch schon bald befreit uns unser Kompaniechef. Nun können wir uns endlich etwas ausruhen. An diesem denkwürdigen 21. April, an dem unsere Kompanie noch im Oderbruch stand, erreichte die 5. Stoßarmee mit dem 12. Gardepanzerkorps bereits bei Marzahn den Stadtrand von Berlin. 22. April. Vormittag rücken wir ab zu einem Einsatz südlich Niederfinow. Es gibt ein kurzes Feuergefecht mit Infanteriewaffen, bei dem wir keine Verluste haben und den Gegner gar nicht richtig erkennen konnten. Danach setzen wir uns über den Finow-Kanal ab und marschieren in westlicher Richtung zwischen dem Finow- und dem Hohenzollern-Kanal, jetzt Oder-Havelkanal. Etwa auf der Höhe zwischen Neuehütte und Sommerfelde, nahe eines Forsthauses, bauen wir Unterstände, etwa 2 m tief, abgedeckt mit Baumstämmen und einer Erdschicht. 23. April. Am Morgen dieses Tages treten auf Befehl unseres Hauptfeldwebels

8 Gruppenführer, darunter auch ich, vor seinem Unterstand im Halbkreis zur Entgegennahme eines Befehls an. Doch ehe es dazu kommt, schlägt eine Werfergranate mitten unter uns ein. Ergebnis: 2 Schwerverwundete, 4 Leichtverwundete. Mich hat es nicht erwischt. Ich versuche dem am schwersten Verwundeten, den mehrere Splitter im Unterleib trafen, zu helfen durch Abbinden und Kompressen aus unseren Verbandspäckchen. Er soll jedoch bereits auf dem Transport zum Verbandsplatz gestorben sein. Noch ein Beweis der Unerfahrenheit unserer Truppe. Dabei kam unsere Kompanie noch glimpflich davon. Der Buschfunk meldete, dass eine der anderen Kompanien unserer Felddivision durch den "tapferen" Leichtsinn ihres ehrgeizigen Kompaniechefs bei einem Gegenangriff fast vollständig aufgerieben wurde.Wir bauten unsere Bunker weiter aus und stellten rund um die Uhr Kanalwachen. 102 24. April. In dieser Nacht habe ich selbst Kanalwache. Der Wind treibt dicke Wolkenfetzen vorbei, die den blassen Mond immer wieder verdecken. Die nächsten Posten liegen schätzungsweise 150 m rechts und links von mir in Deckung. Vor mir liegt ein breiter abgemähter Wiesenflächenstreifen mit Heuhaufen. Dahinter Sträucher und Bäume am Ufer des Finow-Kanals. Eine recht unübersichtliche Lage, dazu den Feuerüberfall vom Vormittag im Kopf. Durch die wechselnde düstere Beleuchtung bedingt, erkenne ich selbst plötzlich eine Bewegung. Ein bisher als Heuhaufen definiertes Etwas bewegt sich langsam auf mich zu. Da gehen mir die Nerven durch. Ich entsichere eine Handgranate und bekämpfe damit den vermeintlichen Gegner. Das löst natürlich einen Alarm aus. Dabei wird festgestellt, dass ich selbst einen Heuhafen bekämpft habe. Das wird jedoch verständnisvoll zur Kenntnis genommen und vom Kompaniechef als besondere Wachsamkeit beurteilt. So ist das eben, wenn Techniker in den Krieg geschickt werden. Gelegentlich liegt Störfeuer von Granatwerfern oder PAK von jenseits des Kanals auf unseren Stellungen. Die Einschläge richten keinen weiteren Schaden an. Die Wurfgranaten zeichnen Spuren in das Gras, die wie riesige Bärentatzen erscheinen, eine große Pranke mit riesigen Krallen. 25. April. Wir sitzen immer noch in unseren Erdlöchern und schieben Kanalwache. Von der Lage um uns haben wir keine Ahnung. Es ist uns jedoch klar, dass binnen kurzem etwas Ungutes geschehen wird. Mit der Parole "Kopf in den Sand stecken" werden wir diesen Schlamassel gewiss nicht überleben. An diesem Tag vollenden die Belorussische Armee und die 1. Ukrainische Armee die Einschließung Berlins. Am Abend ertönt auf der gegenüberliegenden Kanalseite ein Lautsprecher. Vermutlich durch Beauftragte des "Komitee Freies Deutschland" werden wir in deutscher Sprache aufgefordert: "Deutsche Soldaten, legt die Waffen nieder, ergebt euch! Wollt ihr die letzten Toten dieses Krieges sein?" Eine sichtbare Reaktion meiner Kameraden konnte ich selbst nicht feststellen. Aber dieser Aufruf hat sicher nicht nur bei mir Eindruck gemacht. Doch bis zu einer entsprechenden Handlung ist es ein weiter Schritt. Da spielen viele Faktoren mit. Da ist als erstes die Angst um das eigene Leben. Wir haben mehrfach gesehen, wie die Schergen von Generaloberst Schörner hinter den deutschen Linien für Disziplin und „Führertreue“ sorgten. Wer sich wegen eines menschlichen Bedürfnisses aus einer Stellung entfernt, muss stets damit rechnen, von den "Kettenhunden" (der Feldgendarmerie), aufgegriffen zu werden. 103 Außerdem befinden sich in unserem Bereich Einheiten der Waffen-SS, die erst schießen und dann fragen, wie wir kurz danach erleben. Keiner von uns weiß, was er von seinem Nebenmann zu halten hat. Im Gegensatz zu anderen Einheiten sind wir erst wenige Tage zusammen. Außerdem weiß keiner von uns, wie sowjetische Soldaten reagieren, deren Heimat die faschistischen Armeen verwüstet und deren Angehörige durch Deutsche umgegebracht wurden. Und schließlich ist da immer noch die Hoffnung, irgendwie nach Hause zu gelangen, ohne den Umweg über ein Kriegsgefangenenlager irgendwo im fernen Sibirien, schließlich sind es ja kaum 250 km. Auch die 12jährige faschistische Propaganda ist nicht spurlos an uns vorübergegangen. An eine Wende des Krieges glaubt keiner mehr, aber jeder hofft doch irgendwie sein Fell zu retten und lässt sich weiter kommandieren. So sah es also nach meiner Einschätzung in unseren Köpfen aus. In der Nacht wird Alarm ausgelöst und wir marschieren einige Kilometer nach Westen. Oberhalb eines Steilhanges, östlich der Straße zwischen Eberswalde - Finow und Angermünde, wo sich die beiden Kanäle nahekommen, beziehen wir Stellung, Richtung West. 26. April. Meine Gruppe liegt an der Hangkante und gräbt sich ein. Jeweils zwei Mann graben eine flache Schützenmulde. Langsam graut der Morgen. Plötzlich beginnt ein Feuerschlag einer Katjuscha-Batterie. Kreuz und quer schlagen die Geschosse im Raum unserer Stellung ein. So etwas konnte ich mir bisher nicht vorstellen. Unsere einzige Hoffnung ist unser Infanterie- Spaten. Die Todesangst verleiht uns ungeahnte Kräfte. Wir schippen wie die Wilden und verschwinden zusehends im märkischen Sand. Die Werfergeschosse schlagen nach einem nicht durchschaubaren System an immer anderer Stelle ein. Glücklicherweise erwischt uns kein Volltreffer. Jedenfalls bleibt meine Gruppe verschont. Das verdanken wir einem der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände des Soldaten neben Essbesteck und Kochgeschirr -dem Spaten. Plötzlich ist Ruhe, die Katjuscha schweigt. Doch kurze Zeit danach setzt das intensive Feuer von MG und MPi ein. Zum ersten mal in meinem Leben höre ich selbst unmittelbar vor mir das "Urräh" angreifender sowjetischer Schützen im Original. In halber Höhe des Steilhanges hat sich vor uns eine SS-Einheit eingegraben. Das Feuer dauert an und kommt näher. Wir hocken zu zweit in unserem Schützenloch und können noch nicht erkennen, was vor uns geschieht. Meinem Nebenmann fällt plötzlich etwas Weiches auf den Stahlhelm, gleichzeitig ertönt vor uns ein 104 lauter Schrei. Dann bemerken wir, dass der abgeschossene Finger des schreienden SS-Mannes in unser Schützenloch geschleudert wurde, der lag nun am Boden unter uns. Wir haben mal wieder Glück. Der Schwerpunkt des Angriffs lag nördlich von uns. Dort erzielte er auch einen Einbruch in unsere Stellung. Deshalb begann vor uns eine Absetzbewegung. Das nahm ich selbst natürlich sofort zum Anlass, meine Gruppe in Schützenreihe nach hinten, also Richtung Osten zu führen. Wir marschieren durch den Hochwald und sind in unseren Tarnjacken kaum von der Waffen SS zu unterscheiden. Plötzlich schreit jemand laut in unserer Nähe: "Unterscharführer zu mir!“ (Unterscharführer der SS entsprach dem Unteroffizier der Wehrmacht, also meinem Dienstgrad). Weil ich selbst darauf nicht reagierte, stoppte mich der Feuerstoß einer MPi. Dieser Aufforderung konnte

Steinförde, westlich von Fürstenberg, gegen 16.00 Uhr Anschluss an unser Bataillon und beziehen dort Quartier. 29. April. 6.00 Uhr Abmarsch nach Mirow. Dort wurde Quartier bezogen. Doch in dieser Nacht war für meine Gruppe nicht an Schlaf zu denken. Wir stellten die Panzerwache. Da es jedoch genügend Essbares gab, verging auch diese Nacht. Es gab im Keller Kartoffeln und Kompott. Ich fand eine Flasche Lebertran und produzierte damit eine Pfanne Bratkartoffeln, die zwar nicht allen schmeckte, mir und anderen aber sehr sehr gut bekam. 30. April. Marsch über Vipperow bis nach Erlenkamp. Wir beziehen Quartier 106 in einem geräumten Kriegsgefangenenlager. 1. Mai. Marsch über Ganzlin nach Lübz. 2. Mai. Marsch Richtung West im Raum Parchim / Neustadt-Glewe. 4. 3. Mai. In einem Wald südlich Schwerin endet unser Marsch. An uralten Buchen hatte die Waffen-SS ihre schweren Transport-Lkw zu Schrott gefahren, und diese in Brand gesteckt. Alle Fahrzeuge waren noch voll beladen. Ab und zu detonierte auf einem Fahrzeug Munition. Doch das konnte uns nicht abhalten, die Ladung zu erkunden. Wir hatten es auch bitter nötig. Ich lief auf den Brandsohlen meiner Schuhe und ob wir jemals etwas vom Tross unseres Bataillons wiedersehen würden, stand in den Sternen. Die Inspektion lohnte sich. Ich ergatterte ein Paar passende und sehr gut besohlte Schnürschuhe, Socken und eine Pelzweste, die mir später sehr gute Dienste leistete. Vor uns war durch diesen Raum offensichtlich ein Transport von KZHäftlingen gezogen, der nach der Flucht seiner SS-Bewacher bereits durch das Rote Kreuz von Kanada mit Lebensmitteln versorgt wurde. An mehreren Stellen lagen leere Kartons mit englischer Beschriftung. Wir gingen in Ruhestellung und unser Bataillionskommandeur begab sich zur Erkundung in Richtung Schwerin. Nach einigen Stunden kam er auf einem Fahrrad mit Hilfsmotor zurück. Er ließ das Bataillon zum Appell antreten. Er informierte uns über die Ergebnisse seiner Erkundung: "Ich war in Schwerin. Die Stadt ist von amerikanischen Truppen besetzt. Ich kam ohne Probleme in die Stadt und wieder heraus. Der Führer ist tot. Das Bataillon könnte noch ein Stück nach Norden marschieren, in bisher unbesetztes Gebiet. Ich sehe jedoch keinen Sinn darin. Ich löse das Bataillon hiermit auf. Jeder Mann kann versuchen, seinen Heimatort zu erreichen. Ich rate jedem, seine Waffe nicht zu früh wegzuwerfen. ln der Umgebung halten sich größere Gruppen von entlassenen KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Fremdarbeitern auf. Niemand weiß, wie sie sich einzelnen unbewaffneten deutschen Soldaten gegenüber verhalten werden. Vermeiden Sie nach Möglichkeit derartige Berührungen. Ich wünsche Ihnen eine gesunde Heimkehr. Bataillon wegtreten.“ Danit war für uns der Zweite Weltkrieg und die Dienstpflicht gegenüber 107 „Führer und Reich“ beendet. Doch nun kamen die bitteren Folgen dieses Irrsinns auf uns zu. Unser Batallion zerstreute sich in kleineren Gruppen in der Hauptrichtung Südwest mit den Ziel Heimat. Wir waren zu dritt. Nach kurzem Marsch treffen wir auf eine andere Gruppe, die durch ein Fernglas das vor uns liegende Gelände beobachtet. Nach kurzer Verständigung werden wir darüber informiert, dass vor uns auf einer nach Norden führenden Straße endlose Kolonnen deutscher Soldaten, zumeist unbewaffnet, ziehen. In dieser Richtung sollte Schwerin liegen. Dann kann auch ich selbst durch das Glas sehen. Ich erkenne Einheiten des Heeres, der Marine, der Luftwaffe, des Arbeitsdienstes. Wir beraten lange. Schliesslich kommen wir zu dem Entschluss uns einzureihen. Die Gefahr, bei einem Alleingang plötzlich mit amerikanischen oder auch sowjetischen Einheiten konfrontiert zu werden, ist zu groß. Keiner weiß, was dies für Folgen hätte und niemand hat jetzt noch Lust, sein Fell zu riskieren. Also ordnen wir uns in das Marschband ein, immer noch mit unseren Waffen. Wir trotten mit, einem ungewissen Ziel entgegen und ohne zu ahnen, was uns dort erwartet. Doch wir sind zuversichtlich, dass nun für uns keine Lebensgefahr mehr besteht, und mit allem anderen würden wir schon irgendwie fertig werden. Nach einigen Kilometern wird von vorn durchgesagt "Waffen wegwerfen!". Meine Steyer MPi fliegt in den wassergefüllten Straßengraben. Wir entledigen uns der Handgranaten, Pistolen, Munition, Seitengewehre - eben all dessen, was ein Soldat so mit sich herumzuschleppen hat. Auch noch vorhandene Stahlhelme fliegen hinterher. Die nächste Durchsage lautet "Achtung Amis, Uhren verstecken!" Am Straßenrand tauchen die ersten amerikanischen Soldaten auf. Junge Burschen, die MPi um den Hals gehängt, den Helm weit ins Genick geschoben und natürlich eine Zigarette im Mundwinkel. Einer von ihnen geht auf einen vor mir marschierenden deutschen Soldaten zu : Watch !". Doch diesmal klappt das nicht. Der Landser klopft ihm freundlich mit der Hand auf die Schulter "Nix Watch, it's my Watch old Fellow!" Verblüfft lässt der Ami uns passieren. Ringsum Gelächter, wir haben wieder etwas gelernt. Die Kolonne zieht weiter. Ein Reiter galoppiert auf uns zu. Ein amerikanischer Soldat auf einem schönen Rappen. Ohne Kopfbedeckung, dafür mit einem bunten Halstuch. An seinem Koppel hängt eine Pistole neben der anderen. Seine Brust ist mit vielen deutschen Orden bedeckt. Am Steigbügel hängt ein totes Huhn. So sehen 108 Sieger aus! Da sträubte sich selbst noch in unserer wahrlich nicht beneidenswerten Lage unser preußischer Haarschnitt. Der nächste Eindruck ist ein neben der Straße befindlicher Schrotthaufen. Hier liegen die Reste von ca. 1OO noch vor kurzem neuwertigen Fahrrädern, die offenbar mit Hilfe eines Panzers verschrottet wurden. Drei Mann belustigen sich damit, mit einem Zündapp B-Krad entlang unserer Kolonne über Wiesenflächen und durch Straßengräben zu fahren. Ein Ortsschild "Radelübbe", wir werden auf einen Sportplatz geführt. Wir gehen in Ruhestellung und versuchen, ein Auge voll Schlaf zu nehmen. Sehr ermutigend waren diese ersten Eindrücke nicht gerade. Doch was können wir schon erwarten nach alldem, was im Namen Deutschlands in der Welt angerichtet wurde. Aber es gibt auch ermutigende Ereignisse. Irgendwann werden wir in perfekter deutscher Sprache angesprochen. Vor uns steht ein Major der USArmy. Ein offensichtlich sehr intelligenter Mann von Mitte Dreißig. Er versucht unser Vertrauen zu gewinnen. Das ist nicht so einfach, doch er kommt uns ganz offen entgegen. Er stellt sich uns vor. Er ist in Deutschland aufgewachsen. Als Jude musste er mit seinen Eltern emigrieren. Seit Kriegsbeginn ist er bei der US-Army. Gegenwärtig besteht seine Aufgabe darin, mit den deutschen Kriegsgefangenen zu arbeiten. Er gibt uns Hinweise für unser Verhalten:

-Noch vorhandene Waffen, auch Stichwaffen, unbedingt abgeben! -Kein Ausbruchsversuch -es wird sofort geschossen! -Den Anordnungen des Wachpersonals Folge leisten! - Persönliche Wertgegenstände, auch Ehering, verstecken! Trotz eindeutiger Befehle gibt es US-Soldaten, die versuchen, sich persönliches Eigentum Kriegsgefangener anzueignen. 4. Mai 1945. Bahntransport zum Lager Bandenitz. Eine große Wiese, einige Strauchgruppen und ringsum viel Stacheldraht. Wir suchen uns einen Platz und richten uns ein so sehr gut es eben geht. Deutsche Offiziere sind nicht zu sehen, vermutlich gibt es gesonderte Offizierslager. Unter den Kriegsgefangenen bestehen krasse Unterschiede -diesmal nicht nach dem Dienstgrad. Der Unterschied besteht in der Ausrüstung. Am schlechtesten sind die dran, die wie unsere Einheiten aus dem Gefecht mit anschließender Flucht ohne ihren Tross direkt in Gefangenschaft gerieten. Außer dem, was wir am Leibe tragen, besitzen wir nur Brotbeutel, Feldflasche, Kochgeschirr, Löffel und Zeltbahn. Also das kleine Kapitulationsgepäck, wie es im Landserjargon sarkastisch 109 bezeichnet wurde. Andere, insbesondere motorisierte Einheiten, haben zwar ihre Gefechtsfahrzeuge aufgegeben, doch führen sie immer noch ihre Trossfahrzeuge mit sich. Auf den Trossfahrzeugen befinden sich unter anderem die Rucksäcke mit ihrer persönlichen feldmäßigen Ausrüstung. Sie haben also Wäsche zum Wechseln, Socken, Wasch- und Rasierzeug und persönliche Gegenstände zur Verfügung. Am besten ausgestattet ist die Truppe aus der Luftwaffen-Erprobungsstelle Rechlin. Diese hat sich offensichtlich in aller Ruhe auf das Kriegsende vorbreitet. Jeder Mann ist komplett neu eingekleidet und ausgerüstet. Wie wir bald bemerken, haben sie sogar ihre Kriegskasse unter sich aufgeteilt. Eine neue Einheit ist eingetroffen, mit Lkw für den Tross. Auf diesem Fahrzeug steht ein Unteroffizier, nimmt einen Rucksack nach dem anderen, ruft den daran befindlichen Dienstgrad und Namen auf und wirft ihn dem Betreffenden zu. Ein Oberfeldwebel wird aufgerufen. Niemand meldet sich - der Rucksack fliegt neben das Fahrzeug. Auf diesen Moment habe ich gewartet, ich selbst schnappe mir den Rucksack und will mich damit davonmachen. Sofort wird er mir entrissen, ich selbst muss sehen, dass ich selbst mit heiler Haut davonkomme. Nachdem die Truppe wieder genügend mit sich selbst beschäftigt ist, schlage ich einen Bogen und robbe von hinten unter den Lkw, bis ich selbst den Rucksack endlich erwische. Mit dem begehrten Objekt krieche ich selbst vorsichtig davon - geschafft. Essbares befindet sich nicht in meiner Beute, dafür jedoch fast alles, was man auch als Kriegsgefangener so braucht, sogar ein kleiner Kocher mit Trockenspiritus ist dabei. Doch der nutzt gegenwärtig noch nichts, da wir weder Verpflegung noch Wasser haben. Dadurch wird es sehr ungemütlich. Hier ist außer ein wenig Sauerampfer nichts vorhanden. Also können wir nur mit knurrendem Magen zusehen, wie die Rechliner ihre immer noch vorhandenen Reserven an Lebensmitteln verzehren. Doch damit nicht genug, am Abend spielen sie 17 und 4 mit Tausendern im Einsatz. Aber das berührt uns weit weniger, weiß doch keiner, wie lange diese bunten Papierchen noch einen Wert besitzen. 5. Mai 1945 bis 14. Mai 1945. Wir müssen antreten zum ersten Verpflegungsempfang. Jeder erhält einen Becher Tee und je 8 Mann eine Twenty-four-hour- Ration. Das ist eine abgepackte Verpflegungsration für einen GI und einen Tag. Abgesehen von der Größe der Zuteilung entäuscht uns der Inhalt. Neben einigen Keksen, einer kleinen Dose Schinken mit Ei, etwas Schokolade, 110 Zigaretten, Kaugummi und ähnliche Späßchen. Das durch 8 zu teilen stellt uns vor eine fast unlösbare Aufgabe. Wie wünschen wir uns einen Kanten des oft verfluchten Komissbrotes! Abgegrenzt durch Stacheldraht, doch innerhalb des Lagers befand sich die Feldküche der uns bewachenden Einheit. Ab und zu wurden Kriegsgefangene zum Küchendienst befohlen. Ein seltener Glücksfall, schließlich fällt in einer Küche immer etwas Essbares ab. Doch nicht ohne Lebensgefahr, wie sich bald zeigen sollte. Ein zum Küchendienst eingesetzter Kriegsgefangener nutzte die Gelegenheit, sich aus einer herumliegenden Zigarettenschachtel zu bedienen. Das wurde bemerkt und hatte böse Folgen. Wir hatten Gelegenheit zu sehen, wie dieses "Verbrechen" geahndet wurde. Der Täter wurde mitten unter uns auf einen Hocker gesetzt und musste eine der starken amerikanischen Zigaretten rauchen. Danach wurden ihm zwei Zigaretten gleichzeitig in den Mund geschoben. Das setzte sich mit stets steigender Anzahl fort, bis der Delinquent sich plötzlich im Gesicht verfärbte und vom Hocker kippte. Ein amerikanischer Sanitäter brachte ihn weg. Später meldete der Buschfunk, dass er tot sei. Das ist nach allem, was wir mit ansehen mussten, sehr wahrscheinlich. Wieder hatten wir eine Lektion erhalten, wozu der Krieg Menschen machen kann. Und nicht nur Deutsche. Eines Tages erhalten wir Waschwasser - pro Mann ein Kochgeschirr voll. Es gibt nichts, was ein Soldat nicht kann - so also auch eine Ganzkörperpflege mit einem Kochgeschirr voll Wasser. Und es geht, erst rasieren, dann waschen von Kopf bis Fuß mit einem Schwamm, den ich selbst in dem erbeuteten Rucksack fand. Irgendwie hungern wir uns von Tag zu Tag durch. Was inzwischen in der Welt vorgeht, bleibt uns weitgehend verborgen. Gerüchte gibt es genug, angeblich soll Deutschland kapituliert haben, doch nichts Genaues weiß man nicht. 15. Mai 1945. Heute werden wir wieder einmal verlegt -in das Lager Radelübbe. Auf einem riesigen Winterweizenfeld ist ein Lager für vermutlich Hunderttausende Kriegsgefangene vorbereitet. Darunter ist bei weitem nicht zu verstehen, dass hier alles für einen langfristigen Aufenthalt vorhanden ist. Gewährleistet ist, dass die Massen von Kriegsgefangenen nach Zehner-, Hunderter- und Tausenderschaften eingeordnet werden. Das Gelände ist mit Stacheldrahtzäunen und hölzernen Wachtürmen gesichert. Innerhalb befinden sich exakt abgesteckte Lagerstraßen und Abschnitte und überall Soldaten aller Waffengattungen, Teilstreitkräfte und Dienste, soweit das Auge sehen kann. Also ein geordnetes Chaos. 111 Wir werden zum x-ten mal gefilzt. Auch unsere Zeltbahnen werden uns abgenommen. Noch immer ist es mir gelungen, meine Kleinbildkamera dem Zugriff der Kontrollierenden zu entziehen. Meine letzten persönlichen Gegenstände sind die Kamera, leider ohne Film, Armbanduhr, Füllhalter, Taschenmesser und natürlich meine Brille sowie ein kleiner Taschenkalender, in den ich selbst ab und zu Eintragungen von Orten und Ereignissen vornehme. Das werde ich selbst auch weiterhin tun -vielleicht nutzt es mir einmal, um meine Vergangenheit zu durchleuchten. 16. Mai 1945 bis 24. Mai 1945. Rings um uns knallt es immer wieder mal von den Wachtürmen. Der Anlass dafür bleibt uns verborgen. Es ist kaum

anzunehmen, dass es Ausbruchsversuche gibt. Vermutlich wird auf Hasen oder Rehe geschossen, die sich dem Winterweizen nähern – andererseits auch aus Spaß und ein wenig aus Angst und als Drohung gegenüber den Massen, die hier in Schach zu halten sind. Doch wir haben andere Probleme als Ausbruchspläne zu schmieden. Die Möglichkeit, Zelte zu bauen, hat man uns genommen. Die Maikühle macht sich unangenehm bemerkbar. Es bleibt uns nur die Möglichkeit, uns etwas einzubuddeln und soweit die Haselsträucher reichen, darüber Laubhütten zu errichten. Neben der Kälte ist es vor allem der Hunger, der uns umtreibt. Da kommt man auf die verrücktesten Gedanken. Innerhalb unseres Lagers befindet sich eine Koppel, auf der schätzungsweise 15 Pferde weiden. Einer aus unserer Zehnerschaft ist gelernter Fleischer. Er erklärt uns, wie man ein Pferd schlachtet, wie wir wenigstens zeitweise unseren Hunger stillen könnten. Nachdem es dunkel genug ist, ziehen wir los. Bewaffnet sind wir mit einer Axt und mehreren Taschenmessern (alles Dinge, die Kriegsgefangene nach mindestens drei Leibesvisitationen eigentlich nicht mehr besitzen dürften). Eines der Pferde treiben wir in eine Ecke der Koppel, die am wenigsten einsehbar ist. Ich habe die Aufgabe, dem Pferd meine Tarnjacke über den Kopf zu werfen. Nun schlägt der Fleischer dem Pferd mit dem Axtrücken mit großer Gewalt auf den Kopf. Das Pferd springt aus dem Stand in die Höhe, zieht seine Beine an und wuchtet auf den Boden. Seit dieser Aktion hat meine Jacke hinten einen Riss. Nun stürzen wir uns unter Anleitung unseres Fachmannes mit den Taschenmessern auf das Pferd. Kein leichtes Unterfangen. Doch nach und nach gelangen wir durch das Fell und an die Innereien. Am Ende dieses Blutbades komme ich selbst mit einer halben Pferdeleber und weiterem Undefinierbarem in unserem Erdloch an. Übrigens hat die Axt des Fleischers wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns besser als andere einbuddeln konnten. 112 Am nächsten Morgen legt sich einer von uns in der Nähe der Küche auf die Lauer. Tatsächlich gelingt es ihm, etwas Salz zu ergattern Wir machen ein Feuer an. Das grüne Gestrüpp qualmt mächtig. An einem Holzspieß röste ich ein Stück Leber. Sicher habe ich selbst schon Besseres gegessen, doch bei unserem andauernden Frühjahrsfasten ist es ein wunderbares Gefühl endlich wieder einmal satt zu sein. Doch mit des Geschickes Mächten ... Ich komme nicht dazu, meinen ganzen Vorrat zu verzehren. Wie viele andere neben und um uns bekomme ich selbst einen jämmerlichen Durchfall, zum Teil mit Blut. Ein Arzt stellt die Diagnose "Ruhr". Medikamente gibt es nicht. Er rät uns, aus den Zweigen Holzkohle herzustellen und zu essen. Hundeelend schleppen wir uns immer wieder zwischen unserem Dreckloch und dem Donnerbalken hin und her. Der Donnerbalken ist ein gefällter Baumstamm, auf dem zehn Mann nebeneinander Platz haben. Trotzdem muss man anstehen. Hinter dem Stamm ist ein Graben ausgehoben. Das Ganze wird von Zeit zu Zeit versetzt. Durch die Holzkohle sehen wir aus wie Neger mit geschwärzten Händen und Gesichtern. Dazu regnet es mehrere Tage. Doch irgendwie überstehe ich selbst auch dieses Martyrium. Gerüchte gehen um von Entlassung in die Heimat, von Nummerierung der Hundertschaften nach Postleitzahlen und andere Spinnereien. Unter uns befindet sich auch ein Psychologe oder ähnliches. Der erläutert uns die Entstehung und Funktion von Gerüchten in Lagen wie der unseren. Dann bereitet er einen Test vor. Er geht drei Tausenderschaften weiter und setzt dort ein glaubhaftes Gerücht in die Welt. Dann kommt er zurück und wartet, in welchem Zeitraum und wie entstellt dies bei uns ankommt. Das Ergebnis habe ich nicht mitbekommen, da wir nicht in der richtigen Stimmung waren, wissenschaftliche Experimente durchzuführen. Wir hatten genügend Probleme, die uns auf den Nägeln brannten -vor allem Kohldampf. 5. 25. Mai 1945. Befehl: Marschbereitschaft herstellen. Wir werden noch einmal durchsucht. Hundertschaft nach Hundertschaft marschiert zum Bahnhof. Ein Zug mit geschlossenen Güterwagen nimmt uns auf. Das kleine Fenster ist vergittert. Doch wir haben soviel Platz, dass alle gleichzeitig liegen können. Wenn der Zug einmal hält oder wenn wir einen Bahnhof vermuten, zieht sich einer an dem Fenstergitter hoch, um sich zu orientieren. Aber schließlich ist es uns schon scheißegal, wo wir uns befinden. Nach Hause geht unsere Fahrt bestimmt nicht. Es muss jedoch in westliche Richtung gehen. Das sagt uns die 113 Sonne, wenn sie mal zu sehen ist. 26. Mai 1945. Wir werden auf dem Gelände eines Güterbahnhofs ausgeladen. Ein Bahnhofsschild ist nicht zu erkennen. Bereitstellung zum Abmarsch. Wir gruppieren uns, doch unser Interesse gilt nur einem - wann gibt es endlich was zu essen. Doch darauf müssen wir noch lange warten. Erstaunlich, was man uns so ohne Nahrung alles zumuten kann. 26. Mai 1945. Unser Transport wird nicht mehr von amerikanischen, sondern von englischen Soldaten eskortiert. Also sind wir offensichtlich an die Engländer übergeben worden. Na schlechter kann es ja wohl kaum werden. Bald werden wir merken, was uns nun bevorsteht. 27. Mai 1945. Wir marschieren durch Eutin in Schleswig-Holstein weiter nach Nordwesten. Marsch kann man diesen Trauerzug ausgehungerter und abgerissener Männer kaum nennen. Als unsere Bewacher merken, dass wir mit unseren Kräften am Ende sind, wird schließlich in einem Wald zwischen Futterkamp und Lütjenburg gerastet. Wer noch die Kraft dazu besitzt, geht auf die Suche nach etwas Essbarem. Ich erbeute zwei dicke Weinbergschnecken und versuche sie, in einen genussfähigen Zustand zu versetzen. Schließlich verschlinge ich selbst sie so wie sie sind. Satt werde ich selbst davon nicht, es ist mehr ein symbolischer Akt -ich habe etwas gegessen. 29. Mai 1945 bis 22. Oktober 1945. Wir schleppen uns weiter. Unsere neuen Bewacher versuchen endlich wieder Ordnung zu schaffen. Wir werden eingeteilt nach Wirtschafts-Bezirken (WB). Ich gehöre nun zum OWB – 5, MWB – 1, UWB – 1 und bin Gruppenführer II / 2. Das O steht für Ober-, M, und U für Mittel- und Unter-. Nach dieser Einteilung bewegen wir uns weiter und gelangen schließlich nach Kembs. Hier werden wir in einem 16ner Zelt untergebracht. Zum ersten Mal seit unserer Gefangennahme erhalten wir etwas Handfestes zu essen. Nicht zu viel, damit wir uns nicht übernehmen. Jede Gruppe erhält ein Kastenbrot von einem Kilo, mit dem Gruppenführer umfasst jede Gruppe zehn Mann, das ergibt 100 g / Mann. Der Gruppenführer muss teilen. In wechselnder Reihenfolge darf sich jeder ein Stück nehmen. Nur eins ist Gesetz: Dem Gruppenführer bleibt das letzte Stück. Damit er redlich teilt. Die Neueinteilung im Waldlager war offensichtlich nur der erste Schritt zur Rückkehr zu preußischer Disziplin und Ordnung - beziehungsweise zu Law and Order, wie es auf englisch hieß. Noch wissen wir ja nicht, dass wir keine 114

Kriegsgefangenen mehr sind, sondern "Disarmed German Force" - entwaffnete deutsche Wehrmacht. Bereitgestellt, um wieder bewaffnet mit den unweit gelagerten Waffen, bei gegebener Lage unter Churchills Befehl mit seinen Truppen an der Seite der US-Army gegen die Sowjetarmee loszuschlagen. Das alles wissen wir natürlich nicht, es erklärt jedoch, was bei uns vorgeht. Es gibt wieder deutsche Offiziere in unseren „Wirtschafts-Bezirken". Sie organisieren einen exakten preußischen Dienstbetrieb. Jeder hat seine Dienstgradabzeichen zu tragen. Auch ich selbst muss meine Unterofiziers-Tressen wieder instandsetzen. Es besteht strenge Grußpflicht. Die Herren Offiziere legen die Orden an und verleihen sich nach Möglichkeit noch weitere. Nur das große Hakenkreuz im "Deutschen Kreuz in Gold" wurde durch ein schwarzweiß- rotes Band getarnt. Wer sich diesem Regime nicht fügte, wurde durch deutsche Offiziere vor einem Feldgericht verurteilt. Nach und nach ahnten wir, wohin wir geraten sind. Doch erst Jahre später erfuhr ich selbst die ganze Wahrheit über das, was man uns zugedacht hatte. Hier in Schleswig Holstein befanden sich in großen Internierungsgebieten zwei deutsche Korpsgruppen unter dem Befehl der deutschen Generale von Stockhausen und General Witthöft. Unsere "Wirtschaftseinheit" unterstand der Korpsgruppe von Stockhausen, die ihren Sitz in Eutin hatte. Der Sitz der Korpsgruppe Witthöft war Plön. Die Internierungsgebiete wurden durch bewaffnete deutsche Ordnungskräfte abgesichert. Diese rekrutierten sich vor allem aus den berüchtigten "Kettenhunden". Der Buschfunk teilte mit, dass der Herzog von Holstein, der mit dem englischen Hochadel versippt ist, eine bewaffnete deutsche Wacheinheit erhalten hat. Diese hat zu präsentieren, wenn Hoheit sein Schloss betritt oder verlässt. Auch in unserer näheren Umgebung tat sich einiges. So z.B. auf Schloss Waterneversdorf. Gelegentlich durften wir auf der Tenne der großen Scheune englische Militärmusik anhören. Doch nur dann, wenn nicht gerade der Schlossherr einen Empfang für die englischen und deutschen Stabsoffiziere gab. Zu der uns zugedachten Aufgabe kam es glücklicherweise nicht. Die internationale politische und militärische Lage gab diesen verbrecherischen Plänen keine Chance. Doch vorläufig wurden wir in einem leidlichen Futterzustand gehalten. Wir hatten eine Feldküche, die einmal am Tage 115 Verpflegung ausgab. Diese bestand aus einem halben Liter meist recht dünner Suppe, einer Scheibe Brot und darauf l0g Margarine und 10g Marmelade, sowie 2 Zigaretten aus Wehrmachtsbeständen. Leidenschaftliche Raucher brachten es fertig, auch unter diesen Umständen noch Brot gegen Zigaretten einzutauschen. Natürlich reichte diese Art Verpflegung nicht aus, hungrige Soldatenmägen zu füllen. Also wurde im weiten Umkreise alles abgeweidet, was irgend essbar war. So wurden unter anderem Brennesseln, Melde, später auch Wiesenflächenchampignons zu Suppe verarbeitet. Wir wurden innerhalb des uns zugewiesenen Raumes auf verschiedene Gehöfte verteilt. Diese Gehöfte betrieben fast ausschließlich Viehwirtschaft. Nur in minimalem Umfang und für den Eigenbedarf wurde Feldbau betrieben. Auf unserem Gehöft wurden 10 Zeilen Kartoffeln und kleine Getreideflächen angebaut. Nach und nach wurden einige von uns, die in den Westgebieten zu Hause waren oder sich verpflichteten, im Kohlebergbau zu arbeiten, entlassen. Für uns, die wir aus den von der Sowjetarmee besetzten Gebieten kamen, gab es keine Aussicht auf Entlassung. Dafür wurden wir regelmäßig und gezielt mit Gerüchten über die russischen „Untermenschen“ versorgt, die im Osten jede Frau vergewaltigten. Allzu viel Wirkung wurde damit zwar nicht erzielt, trotzdem hatten viele von uns, die erlebt hatten, wie Deutsche im Osten gehaust haben, Angst vor einer Abrechnung. Wir hatten soviel Unrecht und Gewalt erlebt vom deutschem Faschismus, den Eroberungskrieg und seine Folgen, neuerdings auch die "Humanität" amerikanischer Soldaten und die Kumpanei der englischen Führung mit deutschen Generalen und dem Adel. Wir waren immer nur benutzt worden und nun nicht mehr bereit, unser Fell zu Markte zu tragen. Also waren wir sehr skeptisch geworden und wollten uns durchschlagen, so sehr gut es eben ging. Wir warteten auf unsere Stunde, irgendwann würde es uns doch gelingen, nach Hause zu kommen und mit den Unseren zu beraten, was für uns sehr gut ist. Ein Umweg über den Bergbau im Westen oder gar die Fremdenlegion kam für uns nicht in Frage. Auf irgendeinem Wege erfuhren wir, dass die deutschen Offiziere, die in unseren Einheiten und deren Stäben keinen Platz entdeckt hatten, in der Kieler Bucht in Offizierslagern als Offiziersreserve bereitgehalten wurden. Auch sie standen bereit, uns bei gegebenen Bedingungen zu verheizen. Weitere Gerüchte besagten, dass die Engländer deutsche Marineeinheiten zur Minenräumung an den Küsten und auf den Schifffahrtswegen bildeten. 116 Wieder einmal wurde ein Spezialist gesucht und ich selbst meldete mich mit Erfolg. Diesmal ging es um die Organisation der Brennholzversorgung für unsere Feldküche. Der Lohn für diese Tätigkeit bestand in der Verdopplung der Verpflegungssration. Davon konnte man zwar auch nicht fett werden, aber 1 Liter Suppe anstatt eines halben, zudem vom Küchenbullen aus der nahrhaften Tiefe des Kessels geschöpft, und zwei Scheiben Brot statt einer, damit ließ es sich schon besser leben. Zudem verschaffte mir diese Aufgabe mehr Bewegungsfreiheit in unserer Umgebung. Ich hatte mit dem Förster die Bäume mit dem Reißhaken zu markieren, die zu schlagen waren, zumeist Erlen und Weiden. Dann war der Transport des Hozschlag-Kommandos und des Holzes zu organisieren. Dazu wurden von Bauern der Umgebung Erntewagen und Gespanne requiriert. In dieser Zeit ein kostbares Gut. Das Holzschlag-Kommando stand unter dem Befehl eines anderen Gruppenführes, doch ich selbst musste ihn zum Einschlagplatz führen und auch den anschließenden Holztransport leiten. Und das hatte seine Tücken. Auf Straßen und festen Wegen durch Feld und Wald kamen wir sehr gut voran. Vor uns lag eine große Waldwiese, jenseits befanden sich die zu schlagenden Bäume. Also fuhren wir quer über die Wiese. Doch plötzlich sahen wir vor uns einen in dem Gras kaum erkennbaren kleinen Wasserlauf. Ehe wir darauf reagieren konnten, versanken unsere beiden Zugpferde bis zum Bauch im Schlamm. Sie wälzten sich instinktiv zur Seite und rührten sich nicht mehr. Wir sprangen vom Wagen und näherten uns der Sumpfzone, die zur Not einen Menschen, aber kein Pferd trug. Nun war sehr guter Rat teuer. Ich ließ als erstes die Pferde abschirren und den Wagen zurückschieben. Dann näherten wir uns vorsichtig den Pferden. Wir hatten keine Ahnung, ob sie verletzt waren und wie sie auf eine Berührung reagieren werden. Nach kurzer Beratung versuchten wir sie aus dem Sumpf zu ziehen. An Geschirr, Mähne und Schwanz zogen wir sie unter Aufbietung aller Kräfte

langsam einige Meter zur Seite. Das gelang uns erfolgreich. Und plötzlich, offenbar festen Boden unter sich fühlend, sprangen sie unverletzt auf. Nur die Beine und die Bäuche waren mit Schlamm bedeckt. Diese Spuren unseres Ungeschicks aber mussten unbedingt beseitigt werden. Dann wagten sich die Tapfersten von uns mit nassen Grasbüscheln an die Tiere. Doch die ließen sich ohne weiteres säubern. Ich atmete erst einmal auf. Dann wurde angeschirrt und wir schlugen einen großen Bogen um das heimtückische Gewässer. Der 117 Holzeinschlag war zwar mühselig - nasse Weiden lassen sich nicht sehr gut sägen – verlief jedoch ohne weitere Katastrophen. Nach unserer Heimfahrt lieferte ich das Gespann ab. Der Bauer war zufrieden und ich selbst erst recht. 6. Der Herbst stand vor der Tür. Wir versuchten uns mit doppelwandigen Zelten auf den Winter vorzubereiten. Doch für mich sollte es dazu nicht kommen. Am 23. Oktober 1945 wurde das noch vorhandene technische Personal der Luftwaffe, zu dem auch ich selbst gehörte, nach dem Flugplatz Kiel-Holtenau verlegt. Wir wurden in Steinbaracken untergebracht, dann erfolgte unsere Einkleidung in englische Battle-Dress. Doch nicht in Khaki, sondern in Wehrmachts-Graugrün. Nun erfuhren wir auch, dass wir Dienstverpflichtete der Royal Airforce sind. Unser Kommandeur ist der letzte Kommodore des Jagdgeschwaders Mölders. Wir unterstehen als „Deutscher Arbeitszug Luft'' (DAZL 14) der Nr.2 Squadron, 8302 (D) Wing. Unser Kommandeur hat als Ritterkreuzträger der Luftwaffe offensichtlich ein gutes persönliches Verhältnis zu seinem englischen Vorgesetzten, der für seine Verdienste in der Battle of England das Victory-Cross trägt. Unsere Aufgabe besteht zunächst darin, deutsche Flugzeuge der damals modernsten Typen (Me 163, Me 262, Fernaufklärer, Jäger und Bomber) zum Transport nach England vorzubereiten. Immerhin eine technisch interessante und abwechslungsreiche Tätigkeit. Wir wurden für damalige Zeiten sehr gut verpflegt (75g Fleisch pro Tag) und erhielten Ausgang in Kiel. Am 25. Oktober 1945 habe ich selbst erstmalig die Möglichkeit, meiner Familie mitzuteilen, dass ich selbst noch am Leben bin, wo ich selbst mich aufhalte und wie es mir geht. Gleichzeitig kann ich selbst ihr meine Anschrift mitteilen, damit auch ich erfahre, wie die Lage in der Heimat aussieht. Am 26. November erhalte ich den ersten Brief von meiner Frau mit der Nachricht, dass alle am Leben und gesund sind. Damit endete die schreckliche Ungewissheit und mir fiel ein großer Stein vom Herzen. Weitere Briefe folgten. Wir wurden gezielt desinformiert. Über die Lage in der SBZ wurden die übelsten Gräuelnachrichten verbreitet. Da war die brieflich Verbindung von unschätzbarem Wert. Natürlich tauschten wir unsere Informationen auch untereinander aus - doch mit gebotener Vorsicht, denn das war unerwünscht. In unserem Objekt war außer der Royal-Airforce auch eine englische Panzer118 Einheit der Desert-Rats (Wüsten-Ratten) disloziert. Deren Angehörige empfingen uns sofort mit der Frage, ob wir zu den Besatzungen der Ju-88 gerhörten, die u.a. Coventry bombardiert hatten. Und als wir das verneinten, spuckten sie vor uns aus. Eines Tages erhielt ich selbst und vier weitere Kameraden den Befehl, mit Äxten einen Jeep zu besteigen und zum Rande des Airports zu fahren, an dem zwei einsatzbereite Ju-88 standen. Dort wurde uns befohlen, den Rumpf beider Maschinen mit den Äxten durchzutrennen. Das stand völlig im Gegensatz zu dem sonst üblichen sorgsamen Umgang mit der Technik. Nach Erledigung dieser für uns völlig unverständlichen Maßnahme setzten wir natürlich alles daran, hinter dieses Geheimnis zu kommen. Und das gelang uns auch. Eine polnische Militär-Delegation (vermutlich der Londoner Exilregierung) war am Erwerb einsatzbereiter deutscher Kampfflugzeuge interessiert. Anfang Januar 1946 setzten uns unsere Vorgesetzten massiv unter Druck, um uns zu veranlassen, uns für weitere drei Jahre zu verpflichten. Für einen Teil unserer Truppe ein akzeptables Angebot, insbesondere für die "Heimatlosen" aus Schlesien und dem Sudetenland. Andere aber, darunter auch ich, ließen sich darauf nicht ein, ließen sich auch nicht von dem Argument umstimmen, dass wir in Sibirien landen werden. Meine Frau hatte mich gewarnt, nicht ohne Entlassungsschein zu kommen, und den erhielt ich selbst schließlich auch. Außerdem erhielt ich selbst ein Zertifikat, in dem mir der Kommandeur der No. 2 Squadron, G 8302 Wing (D) bescheinigte, dass ich selbst vom 15.10.1945 bis 10.01.1946 seiner Einheit angehört und meinen Dienst jederzeit zur Zufriedenheit erfüllt habe. Ich wurde von der Einheit freigestellt, um so bald wie möglich entlassen zu werden. So ausgerüstet, konnte ich selbst also sehr guten Gewissens nach Hause zurückkehren. Doch so einfach war das nicht. Die etwa 25 Prozent unserer Einheit, die entlassen wurden, kamen erst einmal in das Entlassungslager Großenbrode. Großenbrode liegt am äußersten nördlichen Zipfel Schleswig-Holsteins, dicht bei der Insel Fehmarn. Hier war bis zum Kriegsende eine U-Boot- Versuchsanstalt der Kriegsmarine. Die Matrosen sagten: „...und kurz vorm Tode noch nach Großenbrode“. In diesem Lager befanden sich tausende ehemalige Angehörige der Wehrmacht, darunter auch zahlreiche Offiziere. Ab und zu wurden wir zur Küchenarbeit kommandiert. Hier hatten wir Kohlrüben zu schälen, zu zerkleinern und damit jeweils zehn 200-Liter-Fässer zu füllen. Seit meiner Ankunft in Kiel hatte ich selbst keine Kartoffel mehr zu sehen 119 bekommen, Kohlrüben waren unser Haupfnahrungsmittel. Das hatte seine Ursache darin, dass in Schleswig-Holstein vorwiegend Viehwirtschaft betrieben und Kartoffeln aus Mecklenburg bezogen wurden. Doch das war zu dieser Zeit nicht mehr möglich. Aber auch Kohlrüben gewährleisten das Überleben. Als erfahrene Soldaten hatten wir uns zwar unserer Waffen entledigt, Essbesteck und Kochgeschirr jedoch sorgsam gehütet. So konnten wir auch hier täglich unseren Schlag fassen, für den Küchendienst gab es sogar zwei. Probleme hatten dagegen die Herren Offiziere, die durften sich mit Lampenkugeln und ähnlichen Behelfen zum Essenfassen anstellen -zum Gaudi der erfahrenen Landser. Um unsere Verpflegung etwas aufzubessern, organisierten wir einen Ausflug Richtung Fehmarn. Irgenwie gelang es uns auch die dortigen Fisher zu veranlassen, unsere mitgebrachte Zeltbahn voll Dorsch zu füllen. An einer langen Stange trugen wir danach abwechselnd immer zu zweit unsere kostbare Beute ins Lager zurück, ohne uns bemerkbar zu machen. Am Rande unseres Lagers stand eine leere Baracke mit einem Waschkessel und Wasserhahn. Wir putzten den Kessel und die Dorsche so sehr gut es eben ging, zerkleinerten sie und kochten uns mit dem aus der Küche organisierten Salz eine Fischsuppe. Ich habe später bessere Fischsuppen gegessen, doch diese war eine willkommene Ergänzung unserer knappen Vepflegung und eine Abwechslung zu den ewigen Kohlrüben. Alles hat ein Ende. So begann Anfang März unser Bahntransport zu den

„Russen“. Der erste Anlauf ging schief, da der Transport angeblich nicht übernommen wurde. Doch am 8.03.1946 rollten wir endlich und landeten im sowjetischen Quarantänelager in Pretsch an der Elbe. Am 20.03.1946 endete unsere Quarantäne. Wir erhalten ein Dokument, in dem mir der Vorsteher des Kriegsgefangenenlagers der Stadt Pretsch, Hauptmann Kulisch, bestätigte, dass ich selbst aus der früheren deutschen Wehrmacht demobilisiert wurde und mich nach meinem Wohnort in Freital bei Dresden begebe. Am 23.03.1946 wird ein Transport zusammengestellt. Wir erfahren, dass wir jetzt nach Calbe an der Saale transportiert werden, um von dort "sternförmig" in unsere Heimatorte entlassen zu werden. So begann also mein ziviles Nachkriegsleben als demobilisierter Soldat. Doch real würde der Krieg für mich erst dann zu Ende sein, wenn ich selbst wieder bei meiner Familie in der Heimat sein werde. Noch war es nicht so weit. Als unser Transport in Calbe endet, wird uns verkündet, dass wir vor der Heimkehr erst 120 einmal dienstverpflichtet werden - zur Demontage der Zuckerfabrik Calbe. Wir wurden in einem ehemaligen Ballsaal in dreistöckigen Betten untergebracht, verpflegt und ab dem nächsten Morgen zu Demontage- Arbeiten eingeteilt. Zwischendurch eine Bemerkung zu meiner Bekleidung und meinem Gepäck. Die Bekleidung bestand aus Wehrmachtsunterwäsche, zuletzt im Waschraum des Quarantäne-Lagers vor einer Woche gewaschen, einer Soldatenhose der Roten Armee, die mir irgendwo zugelaufen war, und meiner Fliegerbluse ohne Tressen, Schulterstücke und Spiegel, dazu Wehrmachtssocken und Fußballschuhe, von denen ich selbst die Stollen abmontiert hatte. Die hatte ich selbst in Kiel aus einem englischen Panzer geklaut. Ein Oberhemd besaß ich selbst nicht mehr - das hatte man mir von der Leine entwendet. Dafür hatte ich selbst mir aus einem Fenstervorhang einen gelben Fliegerschal zugelegt. Mein Gepäck bestand aus einer großen Aktentasche aus Schweinsleder. Diese Tasche hatte ich mir in langwieriger Arbeit in Kiel angefertigt. Das Leder stammte von der Umhüllung eines beschußsicheren Tanks einer He 111. Als Faden hatte ich aufgetrennte Sicherheitsgurte eines Flugzeuges benutzt. Genäht habe ich selbst mit einer selbst gefertigten Ahle und einer kräftigen Stopfnadel. Die Tasche wurde mit Riemen verschlossen, deren Schnallen von einer alten Armeehose stammten – ein angenieteter kräftiger Griff vervollständigte das Werk. Übrigens habe ich selbst diese Tasche noch heute im Keller in Nutzung. Nach einigen Tagen forderte der Starschina (Hauptfeldwebel) der sowjetischen Transporteinheit, für die wir tätig waren, zwei Mann an, die etwas von den Motoren seiner großen Zugmaschinen verstehen. Gemeinsam mit einem erfahrenen Kfz-Schlosser meldete ich selbst mich. Nun war ich selbst zwar kein Motor-Spezialist, doch hatte ich selbst einige Erfahrung bei der Instandhaltung, dem Ein- und Ausbau und der Einstellung der Zwillings-Zündanlagen von Flugzeugmotoren gesammelt. Und im Übrigen vertraute ich selbst auf meinen sehr guten Stern und meinen Kameraden. Wir wurden mit alltäglichen Wartungsarbeiten beschäftigt. Nach einigen Tagen aber wurde es ernst. Die schweren Radzugmaschinen waren mit gewichtigen Motoren ausgerüstet. Um sie auszubauen, wurde aus Baumstämmen ein Dreibock gebaut. An diesem wurde ein Flaschenzug mit Hissgeschirr befestigt und mit dem Motor verbunden. Nach dem Lösen aller Anschlüsse wurde dann der Motor mit der vereinten Kraft von sechs Soldaten angehoben. Danach wurde die Zugmaschine nach hinten geschoben. 121 Anschließend schob man einen Montagekarren unter den Motor und ließ den Motor herab. Also eine reichlich zeit- und kraftaufwendige Aktion. Doch dies alles war bereits ohne unsere Beteiligung geschehen. Bei der Demontage des Motors stellte man fest, dass die Nockenwelle verschlissen war. Sie wurde zur Regenerierung in die Divisionswerkstatt geschickt. Als sie wieder da war, sollte sie unter Leitung eines blutjungen Unterleutnants eingebaut werden. Das Problem bestand nun darin, die Nockenwelle gegenüber der Kurbelwelle in die richtige Stellung zu bringen. Andernfalls würde der Motor nach dem aufwendigen Einbau nicht laufen. Aus diesem Grunde hatte man vor der Demontage Markierungen angebracht. Doch diese ließen sich nicht mehr in Übereinstimmung bringen, weil nicht das Original, sondern eine bereits regenerierte Austauschwelle geliefert wurde. Und deren Markierungen stimmten natürlich nicht überein. Der Genosse Unterleutnant schwitzte Blut und Wasser. Schließlich gab er entnervt auf, wies den Starschina an, den Motor so einzubauen, und entfernte sich. Dieser hatte das Geschehen schon seit geraumer Zeit misstrauisch beobachtet. Da er inzwischen festgestellt hatte, dass wir unser Handwerk verstanden, traf er eine schwerwiegende Entscheidung. Er befahl uns, die Nockenwelle einzustellen und drohte uns Tod und Teufel an, wenn uns das nicht gelingt. Wir besahen uns die Sache und berieten. Danach pfiffen wir auf alle Markierungen, stellten mit einem großen Schraubendreher den Kolben des ersten Zylinders auf den oberen Totpunkt, stellten die Nockenwelle so ein, dass unser Motor mit einigen Grad Frühzündung läuft, und meldeten schließlich, dass der Motor eingebaut werden kann. Der Starschina fluchte noch einmal gotteslästerlich, befahl aber schließlich seinen Leuten den Einbau. Dann war es soweit, der Motor konnte angelassen werden. Eine nicht ungefährliche Aktion. Zum Anlassen diente eine große Kurbel. Wenn unsere Einstellung nicht stimmte, konnte sie zurückschlagen und die Anlassenden zur Seite schleudern. Deshalb wurde uns die Ehre zuerkannt, die Zugmaschine anzulassen. Wir drehten gemeinsam mit aller Kraft an der Kurbel, einmal, zweimal dreimal – und plötzlich begann dieses Urvieh seine Kraft zu entfalten. Bis dahin war uns gar nicht wohl, auch wenn wir nach bestem Wissen gehandelt hatten. Doch nun waren wir selbst überrascht von dem Gebrüll des Motors und dem des Starschina. Er umarmte uns und schleppte uns in den Speiseraum, ließ uns mit Kascha bewirten und übergab 122 jedem eine Tüte Zucker. Anschließend erhielten wir noch einen kräftigen Schluck Wodka. Seitdem schwor er auf seine "Nemetzki-Spezialisti". So begann also für mich die deutsch-sowjetische Freunschaft, längst ehe sie von oben organisiert wurde. Schließlich wurden wir doch noch entlassen, natürlich wieder mit einem Papierchen, in dem der Bürgermeister der Kreisstadt Calbe bestätigte, dass ich selbst vom 24.03.1946 bis zum 06.05.1946 bei der Zuckerfabrik Calbe als Demontagearbeiter beschäftigt war. Nun ging es tatsächlich nach Hause. Am 8. Mai 1946 traf ich selbst in Freital bei meiner Familie ein. Außer meiner Frau hatte ich selbst zu diesem Zeitpunkt einen bereits eineinhalbjährigen Sohn, beide lebten bei meiner Mutter. Nun war für mich der Krieg wirklich zu Ende. Ich meldete mich in der sowjetischen Kommandantur, legte meine Papiere vor und wurde problemlos registriert. Noch heute erscheint es mir fast unglaublich, wie ich selbst all dies unbeschadet überstehen konnte. Vieleicht liegt es eben doch daran, dass ich selbst ein Sonntagskind bin.

Ein schöner Bericht der weit über die Eintragungen im Kriegstagebuch des OKW hinausgeht. Da kribbelt es einem ja fast schon in den Füßen und man könnte sich ein paar Gedanken darüber machen die Strecke, oder zumindest ein paar markante Punkte, mit der Sonde zu erkunden... Lebt der Zeitzeuge noch?

Der Bericht steckt voll mit netten Ortsangaben und hab mich auch schon auf die Suche gemacht mit der Sonde, konnte nur leider nichts finden. Die Frage ob der Zeitzeuge noch lebt kann ich selbst leider nicht beantworten, wäre sicher interessant sich mal mit ihm persönlich zu unterhalten.



Der Bericht steckt voll mit netten Ortsangaben und hab mich auch schon auf die Suche gemacht mit der Sonde, konnte nur leider nichts finden. Die Frage ob der Zeitzeuge noch lebt kann ich selbst leider nicht beantworten, wäre sicher interessant sich mal mit ihm persönlich zu unterhalten. Mit welcher Sonde suchst Du denn? Nach dem Kriegsende wurden fast alle Plätze im Bereich der kampfhandlungen abgesucht und die dort befindlichen Materialien wurden der Weiterverwertung zugeführt. Oftmals findet man an diesen Stellen nur noch unterhalb von 20 und mehr cm halbwegs schöne Funde... Ich begehe solche Flächen erst einmal großflächig (bis zu 10 km in Schlangenlinien mit einer Wellenlänge von 100 m) mit der Sonde und suche dann bei einem Fund Bereiche gitterförmig ab. Die schönsten Militariafunde habe ich selbst mit meinem EBEX 420 PB gemacht. Das bringt deutlich bessere und mehr Funde.

diesem Lehrgang als Flugzeug-Geräteprüfer in der technischen Kompanie der Flugzeugführer-Schule A/B 114 mit dem Dienstgrad Unteroffizier der Luftwaffe eingesetzt. Die Dienststellung eines Flugzeugprüfers, die ich selbst seit dem 1.04.1943 bekleidete, war mit einem Privileg verbunden, das mir erst später bewusst wurde. Diese Luftwaffen-Spezialsten gehörten zu den Nomenklaturkadern des Reichsluftfahrtministers. Sie durften also ohne dessen Zustimmung z.B. nicht zum Fronteinsatz kommandiert werden. Das schützte mich auch vor dem Schicksal einer großen Anzahl von Kameraden, die im Rahmen der "Hermann-Göring-Spende" zur Waffen-SS kommandiert wurden. Doch die Lage änderte sich rasant. Nun schlug auch meine Stunde. Am 30. März 1945 erließ Hitler den Befehl über das beschleunigte Einrücken der Ausbildungsverbände des Ersatzheeres und der Luftwaffe in die rückwärtige, 8-10 km hinter der vordersten Linie verlaufende Stellung. Diesem Befehl zufolge erfolgte die Auflösung meiner Flugzeugführer- Schule. Ihr fronttauglicher Personalbestand, zu dem ich selbst gehörte, wurde verlegt. Am 3.04.1945 wurde u.a. die Technische Kompanie mit Lkw nach Naumburg transportiert und dort mit anderen Einheiten zu einem Bahntransport zusammengestellt. Dieser Transport erreichte ohne Zwischenfälle am 06.04.1945 das Ziel Warnemünde. 98 Hier erfolgte die Aufstellung einer Luftwaffen-Felddivision. Deren Bezeichnung blieb mir bis heute unbekannt. Meines Wissens wurde unsere Einheit dem 1. Regiment zugeordnet. Welchem Batallion, konnte ich selbst auch nicht erfahren. Dagegen weiß ich selbst sehr genau, dass ich selbst der 4. Kompanie angehörte, weil es mit meinem aktiven Zutun zustande kam und sich wenig später als lebensverlängernd erweisen sollte. In dem damaligen Durcheinander war es mir möglich, mir den Kompaniechef auszusuchen, der mich ins Gefecht führen sollte. Also umging ich selbst gezielt die jungen Leutnants, die als Kompaniechefs der 1., 2. und 3. Kompanie eingesetzt wurden. Nach mehr als fünf Jahren Dienstzeit sagte mir mein Riecher, dass diese erfolgsgeilen Jünglinge alle an der "Halskrankheit" litten. Das war im Soldatenjargon die Bezeichnung für Ritterkreuzverdächtige. So landete ich selbst schließlich beim ältesten Kompaniechef, dem der 4. Kompanie. An den Namen kann ich selbst mich leider nicht mehr erinnern. Er war ein Oberleutnant aus baltischem Adel, der sich schon bald als erfahren und besonnen erwies. So sorgte er dafür, dass seine Kompanie als einzige im Regiment mit Infanteriespaten ausgerüstet wurde. Das hat mir wenig später das Leben gerettet. Die Bewaffnung unserer Division war sehr dürftig. So wurde z.B. unsere Kompanie mit englischen Karabinern mit je 60 Schuss Munition, französischen LMG mit je 400 Schuss bewaffnet. Mich teilte man dem Panzervernichtungstrupp zu. Dieser wurde mit einigen Panzerfäusten, Benzinflaschen und Leuchtpistolen zum Entzünden des Benzins ausgerüstet. Neben dem üblichen preußischen Drill wurden wir auch ideologisch auf unseren bevorstehenden Einsatz vorbereitet, unter anderem mit Filmen über die „Untermenschen“, vor denen wir Berlin schützen sollten. Nach der Aufstellung der Kompanie forderte unser Kompaniechef einen Mann an, der sein Radio anschließt. Dazu habe ich selbst mich sofort gemeldet und wurde auch dazu befohlen. Das erwies sich als ein glücklicher Zufall. So erfuhr ich selbst ein wenig über die Lage und über meinen Chef. Natürlich sprach er



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